Saatgut leihen, säen, ernten
Warum eine Saatgutbibliothek?
Nachhaltigkeit, Vielfalt und Artenschutz sind auch in Deutschland ein wichtiges Thema und so gibt es schon verschiedene Saatgutbibliotheken bundesweit. Unser Ziel ist es, alte Sorten von samenfestem und gentechnikfreiem Saatgut zu erhalten sowie die Pflanzenvielfalt auch in unserer Region zu fördern.
Was bedeutet “samenfestes” Saatgut?
Die aus dem Saatgut gewonnenen Pflanzen haben die gleichen Eigenschaften wie die Elternpflanzen. Zum Beispiel die gleiche Form, Größe oder den gleichen Geschmack. Samenfestes Saatgut lässt sich einfach selbst vermehren. Gezüchtetes Hybridsaatgut – zu erkennen an dem Zusatz "Hybrid" oder "F1" – eignet sich nicht. Denn hier besitzt nur die erste Generation der Nachkommen gleichförmige Eigenschaften. Die folgenden Generationen haben völlig andere Merkmale oder keimen erst gar nicht. Hybridsaatgut lässt sich nicht selbst stabil vermehren, sondern nur in Zuchtlabors professionell herstellen.
Wer das nutzen will, muss es jedes Jahr wieder neu kaufen.
So funktioniert die Saatgut-Bibliothek
- Jeder kann sich in der Bücherei Saatgut ausleihen - unabhängig davon, ob er einen Büchereiausweis hat.
- Pro Haushalt maximal 3 Saatgut-Tütchen mitnehmen, damit genug für alle da ist.
- Von jeder Art darf nur eine Sorte mitgenommen werden, damit es nicht zu Verwechslungen oder Verkreuzungen kommt.
- Im Garten, auf dem Balkon oder in einem Topf auf der Fensterbank das Saatgut einpflanzen.
- Wenn die Pflanzen gewachsen sind, das Gemüse oder die Kräuter genießen und sich an den Blumen erfreuen.
- Saatgut ernten, trocknen, zurück in die Bücherei bringen. Tütchen (gibt es bei uns) sorgfältig beschriften.